Zuletzt aktualisiert: MĂ€rz 2026
Rauchen, Vapen, IQOS: Technik, Risiken und was du wissen musst
Ob klassische Zigarette, Tabakerhitzer wie IQOS und Glo oder moderne E-Zigaretten â die Art, wie Menschen Nikotin konsumieren, hat sich in den letzten Jahren rasant verĂ€ndert. Doch welche Technik steckt hinter den GerĂ€ten? Welche Risiken birgt jede Methode? Und was sagt die Wissenschaft zu Aktivkohlefiltern, exotischen Rauchmischungen und vermeintlich âsichererenâ Alternativen?
IQOS, Glo und Tabakerhitzer richtig nutzen
Tabakerhitzer wie IQOS (Philip Morris) und Glo (British American Tobacco) erhitzen speziell entwickelte Tabakstifte auf etwa 350 °C, anstatt sie zu verbrennen. Das Versprechen der Hersteller: weniger Schadstoffe als bei der klassischen Zigarette.
- 1IQOS verwendet sogenannte HEETS (bzw. TEREA bei neueren Modellen), die in das GerÀt eingesteckt und von innen erhitzt werden.
- 2Glo funktioniert nach einem Ă€hnlichen Prinzip mit Neo-Sticks. Das GerĂ€t erhitzt den Tabak von auĂen.
- 3Laut dem Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) enthalten die Aerosole weniger Verbrennungsschadstoffe â aber sie sind keineswegs harmlos. Nikotin, Formaldehyd und Acetaldehyd sind weiterhin nachweisbar.
- 4Die WHO warnt ausdrĂŒcklich: Tabakerhitzer sind keine sicheren Alternativen. Sie machen genauso abhĂ€ngig und können die Lunge schĂ€digen.
âTippâ
Wer von der Zigarette auf IQOS umsteigt, reduziert möglicherweise einzelne Schadstoffe â bleibt aber nikotinabhĂ€ngig. Ein echter Rauchstopp ist immer die bessere Wahl.
Vape und E-Zigarette Technik
E-Zigaretten (Vapes) verdampfen eine nikotinhaltige FlĂŒssigkeit (Liquid) mithilfe eines elektrisch beheizten Verdampferkopfs. Anders als bei Tabakerhitzern kommt kein Tabak zum Einsatz â stattdessen werden Propylenglykol, pflanzliches Glycerin, Aromen und Nikotin erhitzt.
- âEin Akku versorgt einen Verdampfer (Coil) mit Strom, der das Liquid auf 200â300 °C erhitzt. Der entstehende Dampf wird inhaliert.
- âGeschlossene Systeme (z. B. JUUL, Elfbar) verwenden vorgefĂŒllte Pods. Offene Systeme erlauben das manuelle BefĂŒllen mit Liquid.
- âDas BfR stuft E-Zigaretten als weniger schĂ€dlich ein als Tabakzigaretten â betont aber, dass Langzeitstudien fehlen.
- âNikotinsalze in modernen Pods ermöglichen eine sehr schnelle Nikotinaufnahme â was das Suchtpotenzial erhöht.
âTippâ
E-Zigaretten können als Ăbergangshilfe zum Rauchstopp dienen, sollten aber nicht zum Dauerzustand werden. Das Ziel bleibt: komplett nikotinfrei.
Zigarre und Pfeife richtig rauchen
Zigarren und Pfeifen gelten oft als âelegantereâ Form des Rauchens. Doch auch hier gilt: Der Rauch enthĂ€lt die gleichen krebserregenden Stoffe wie Zigarettenrauch.
- âZigarren werden traditionell nicht auf Lunge geraucht, sondern âgepaffâ. Dennoch gelangen Schadstoffe ĂŒber die Mundschleimhaut ins Blut, und das Krebsrisiko ist deutlich erhöht.
- âPfeifenraucher inhalieren ebenfalls Schadstoffe. Der kĂŒhlere Rauch tĂ€uscht ĂŒber die GefĂ€hrlichkeit hinweg.
- âLaut WHO gibt es keine sichere Form des Tabakkonsums â weder Zigarren noch Pfeifen sind âgesĂŒndereâ Alternativen.
Aktivkohlefilter beim Rauchen
Aktivkohlefilter werden hÀufig beim Drehen von Zigaretten oder beim Konsum von KrÀutermischungen verwendet. Sie versprechen, Schadstoffe aus dem Rauch zu filtern.
- âAktivkohle kann bestimmte gasförmige Verbindungen wie Formaldehyd und BlausĂ€ure teilweise adsorbieren.
- âFeinstaub, Teer und die meisten krebserregenden Stoffe werden durch Aktivkohlefilter jedoch nur minimal reduziert.
- âDas BfR stellt klar: Aktivkohlefilter machen Rauchen nicht sicher. Die Schadstoffreduktion ist zu gering, um das Gesundheitsrisiko wesentlich zu senken.
Achtung
Aktivkohlefilter können ein falsches SicherheitsgefĂŒhl erzeugen und dazu fĂŒhren, dass mehr oder tiefer inhaliert wird â was den vermeintlichen Vorteil zunichtemacht.
Blauer Lotus und exotische Rauchmischungen
Blauer Lotus (Nymphaea caerulea), Damiana, Helmkraut und andere KrĂ€uter werden in verschiedenen Rauchmischungen als ânatĂŒrlicheâ Alternativen beworben. Doch ânatĂŒrlichâ bedeutet nicht âsicherâ.
- 1Blauer Lotus enthÀlt die psychoaktiven Alkaloide Nuciferin und Aporphin. Die Wirkung wird als leicht beruhigend und euphorisierend beschrieben.
- 2Es gibt keine kontrollierten klinischen Studien zur Sicherheit des Rauchens von Blauem Lotus.
- 3Beim Verbrennen pflanzlicher Materialien entstehen grundsÀtzlich die gleichen Schadstoffe wie beim Tabakrauchen: Teer, Kohlenmonoxid und krebserregende Stoffe.
- 4Exotische Rauchmischungen unterliegen oft keiner QualitÀtskontrolle. Verunreinigungen und Pestizide sind ein reales Risiko.
Die WHO empfiehlt, keine Substanzen zu rauchen, deren Sicherheitsprofil nicht durch klinische Studien belegt ist. âNatĂŒrlichâ ist kein Synonym fĂŒr âungefĂ€hrlichâ.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Kann man Neo-Sticks ohne IQOS-GerÀt rauchen?
Neo-Sticks (fĂŒr Glo) und HEETS/TEREA (fĂŒr IQOS) sind speziell fĂŒr ihre jeweiligen GerĂ€te entwickelt. Sie einfach anzĂŒnden fĂŒhrt zu unkontrollierter Verbrennung mit deutlich höherer Schadstoffbelastung als bei normalen Zigaretten. Davon ist dringend abzuraten.
Bringen Aktivkohlefilter beim Rauchen wirklich etwas?
Aktivkohlefilter können einzelne gasförmige Schadstoffe leicht reduzieren, aber Teer, Feinstaub und krebserregende Stoffe werden kaum gefiltert. Laut BfR bieten sie keinen relevanten Gesundheitsschutz. Das einzig wirksame Mittel bleibt der vollstÀndige Rauchstopp.
Kann man Schnupftabak rauchen?
Schnupftabak ist zum Schnupfen ĂŒber die Nasenschleimhaut gedacht, nicht zum Rauchen. Ihn zu verbrennen ergibt keinen Sinn. Schnupftabak enthĂ€lt zwar kein Teer aus Verbrennung, macht aber durch das enthaltene Nikotin genauso abhĂ€ngig und erhöht das Risiko fĂŒr Nasenkrebs.
Bereit, den Rauchstopp zu starten?
Egal ob du Zigaretten, Vapes oder IQOS nutzt â der beste Zeitpunkt zum Aufhören ist jetzt. QuitBeaver begleitet dich mit interaktiven Tools, AtemĂŒbungen und einem 21-Tage-Kurs.
Quellen: Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR): âTabakerhitzer â Risikobewertungâ, 2023. WHO: âHeated Tobacco Products: Information Sheetâ, 2024. BfR: âE-Zigaretten â gesundheitliche Bewertungâ, 2023. WHO: âTobacco: Key Factsâ, 2024.